Etteldorf Landhandel - Metterich Eifel

Shell Markenpartner
Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise weiter im freien Fall - wann folgen die Heizölpreise?
 
(02.11.2018) Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben ihre Talfahrt auch gestern fortgesetzt und sind mit weiteren kräftigen Verlusten aus dem Handel gegangen. Gleichzeitig konnte der Euro im Vergleich zur "Ölwährung" US-Dollar deutliche Gewinne erzielen, sodass die Vorgaben für den heimischen Heizöl-Markt eigentlich besser nicht sein könnten. Gäbe es da die Versorgungsproblematik nicht!

Aktuell stehen die Januar-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei nur noch 73,25 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 63,75 Dollar. Der Euro kann im Vergleich zum US-Dollar weitere Gewinne erzielen und wird derzeit zu Kursen um 1,1420 US-Dollar gehandelt.

So schnell kann sich die Lage drehen. Wurde vor rund vier Wochen noch darüber spekuliert, wann die Rohölpreise die 100-Dollar-Marke erreichen könnten, so befinden sich die Öl-Futures derzeit im freien Fall nach unten.
Die gemeinsamen Anstrengungen nahezu aller Ölförderländer der Welt, die Produktion nach Möglichkeit anzuheben, tragen nun Früchte und so wird die Versorgungslage immer besser. Die Iran-Sanktionen stellen aktuell keine Bedrohung für mehr die globale Ölversorgung dar!
Vor allem in den USA läuft die Schieferölindustrie auf Hochtouren und per August sind die Staaten mit einem Fördermenge von gut 11,3 Millionen Barrel pro Tag zumindest vorübergehend zum weltgrößten Ölproduzenten der Erde aufgestiegen. Aber auch die OPEC-Länder konnten ihren Ausstoß im Oktober weiter deutlich erhöhen und fördern derzeit auf einem Zwei-Jahreshoch. Die Produktion Russlands soll nach neusten Schätzungen im vergangenen Monat auf rund 11,4 Millionen Barrel pro Tag gestiegen sein.
Einen weiteren Preisrutsch nach unten löste gestern aber die Meldung aus, wonach Indien und Südkorea von den USA eine Ausnahmeregelung im Bezug auf die Iran-Sanktionen erhalten haben. Somit ist davon auszugehen, dass auch nach dem 4. November, dem Tag an dem die Sanktionen vollständig umgesetzt sein und die iranischen Ölexporte eigentlich bei "null" liegen sollten, noch bedeutende Mengen aus Teheran auf den Markt kommen werden.
Die Sorge, dass auf der anderen Seite sich die globale Ölnachfrage bald schwächer entwickeln könnte, wurde gestern durch eher schwach ausgefallene Konjunkturdaten aus den USA bestärkt. Der ISM Einkaufsmanagerindex aus dem verarbeitenden Gewerbe verfehlte per Oktober mit einem Wert von 57,8 die Erwartung von 59 Punkten ebenso, wie die Bauausgaben, die per September stagnierten.

Am Devisenmarkt konnte der Euro auch gestern von den angeblichen Fortschritten bei den Brexit-Verhandlungen profitieren und im Vergleich zum US-Dollar deutlich zulegen. Auf der anderen Seite belasteten den "Greenback" die eher schwach ausgefallenen US-Konjunkturdaten und erneute verbale Angriffe von US-Präsident Trump auf Notenbankchef Jerome Powell. Nach Meinung von Donald Trump steigen die US-Zinsen zu schnell und würden das Wirtschaftswachstum belasten.
 
Erneut beste Vorgaben für den deutschen Inlandsmarkt, wo die Heizölpreise im Durchschnitt wohl auch heute wieder nachgeben werden. Aktuelle Berechnungen lassen zumindest aus morgendlicher Sicht einen Rückgang in einer Größenordnung von gut einem halben Cent pro Liter erwarten. Ob die Notierungen allerdings in allen Regionen nachgeben und wie hoch die Abschläge dann ausfallen werden, hängt weiterhin stark von der Mengenverfügbarkeit ab. Wenn die Versorgung durch Niedrigwasser und Raffinerieausfälle nicht beeinträchtigt wäre, würden die Preise derzeit im Schnitt rund 20 Cent pro Liter niedriger liegen. Die Verbraucher reagieren derzeit darauf mit großer Kaufzurückhaltung und bestellen sinnvollerweise nur Kleinmengen. Die Frage, wann der große Preisrutsch kommen wird, kann leider nach wie vor nicht beantwortet werden.

 
(Quelle: Heizöl-News von FastEnergy)