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Qualitätsnormen für Holzpellets

Die EU-Norm "Pellets EN 14961-2"

Ab 2010 wird die erste EU-Norm für einen Biomassebrennstoff eingeführt. Sie soll die Verwirrung zwischen DIN-Normen, Ö-Normen, und individuellen Regelungen auf einzelnen Pelletsmärkten beenden. Drei Qualitätsstufen sollen europaweit gelten:

Qualitätsstufe A1

A1 ist die Qualität für Verbraucher mit den üblichen Holzpellets-Öfen für Einfamilienhäuser. Sie hat die strengsten Werte und entspricht zum größten Teil der anerkannt hohen

S

DINPlus-Qualität. A1-Holzpellets sollen einen Ascheghalt von unter 0,5 ,% (Nadelhölzer) bis 0,7 % (andere Hölzer) haben.

Der Parameter "Rohdichte" wird durch die "Schüttdichte" abgelöst. Dies ist praxisnäher, da dies die Menge der Pellets beeinflusst, die in die Brennkammer gefördert wird.

Qualitätsstufe A2
Diese Qualität ist vor allem auf die Pelletsheizungen ausgerichtet, die einen etwas höheren Aschegehalt vertragen. Solche Anlagen sind vor allem in Südeuropa im Einsatz. Theoretisch ist es auch möglich, die Qualität A2 in den bei uns gebräuchlichen Pelletskesseln zu verbrennen, aber nur bei deutlich höherem Wartungsaufwand. Auch die Kesselhersteller wären davon nicht begeistert. Es ist zu prüfen, ob dadurch die Garantie-Ansprüche nicht verfallen.
Qualitätsstufe B
Hier handelt es sich um die längst überfällige Regelung für sogenannte "Industriepellets". Sie erlaubt einen noch deutlich höheren Aschegehalt und viel mehr Rohstoffe. Für grosse Pellets-Anlagen – wie in Schulen, Firmen, oder gar Kraftwerken – ist das auch kein Problem. Für Kleinanlagen in Einfamilienhäusern ist diese Qualität nicht geeignet.

Bisherige Normen – bis 2010

Die in Deutschland so beliebte und anerkannte DIN-Norm 51731 ist zur Beurteilung der Qualität und Eignung von Holzpellets für Kleinfeuerungsanlagen ungeeignet. Das liegt sowohl an den großzügigen Grenzwerten als auch an der nicht stattfindenden externen Kontrolle von Produkten und Fertigware. Weiterhin ist die zugelassene Bandbreite der Einzelparameter sehr breit gefasst und lässt dem Hersteller sehr viel Spielraum.

In Österreich, wo Holzpellets schon deutlich früher als in Deutschland weit verbreitet wurden, wurde die Ö-Norm M 7135 entwickelt, die deutlich strengere Werte vorschreibt und geringere Schwankungen des Endprodukts zulässt. Viele Hersteller haben die Ö-Norm M 7135 und ihre Werte als Basis für Entwicklung und Vertrieb von Pelletöfen und Heizungen herangezogen. Diese Pelletkessel wurden so konstruiert, dass sie bei Verfeuerung von Holzpellets nach Ö-Norm und DIN Plus ihre volle Leistung und ihren besten Wirkungsgrad erreichen.

Die Ö-Norm 7135 diente dann als Vorlage bei der Entwicklung der DIN plus, die darüberhinaus ein Zertifierungsprogramm ist. Dies bedeutet, dass neben der vorgeschriebenen Produktqualität auch die laufende Produktion der Holzpellets vor Ort ständig auf Einhaltung der Qualitätskriterien überprüft wird.

Die Unterschiede zwischen den Normen

 ENplus-A1ENplus-A2DIN plus
bzw. ÖNorm M 7135
DIN 51731"Industriepellets"
Durchmessermm6 (± 1)6 (± 1)4 bis 104 bis 104 bis 10
Längemm3,15 ≤ L ≤ 403,15 ≤ L ≤ 405 x D< 50keine Normung
Rohdichtekg/dm3jetzt: Schüttdichte> 1,121,0 bis 1,4keine Normung
Schüttdichtekg/dm3≥ 600≥ 600keine Normung
HeizwertMJ/kg≥ 16,5≥ 16,5> 1817,5 bis 19,5keine Normung
WassergehaltMa.-%≤ 10≤ 10< 10< 12< 12
FeinanteilMa.-%≤ 1≤ 1< 1keine Normung
Mechanische FestigkeitMa.-%≥ 97,5≥ 97,5keine Normung
Aschegehalt%≤ 0,7≤ 1,0< 0,5< 1,5keine Normung
Ascheerweichungstemperatur°C≥ 1200≥ 1100keine Normung
ChlorgehaltMa.-%≤ 0,02≤ 0,03< 0,02< 0,03< 0,03
SchwefelgehaltMa.-%≤ 0,05≤ 0,05< 0,04< 0,08< 0,08
StickstoffgehaltMa.-%≤ 0,3≤ 0,5< 0,3< 0,3< 0,3
Kupfergehaltmg/kg≤ 10≤ 10 
Chromgehaltmg/kg≤ 10≤ 10 
Arsengehaltmg/kg≤ 1≤ 1 
Cadmiumgehaltmg/kg≤ 0,5≤ 0,5 
Quecksilbergehaltmg/kg≤ 0,1≤ 0,1 
Bleigehaltmg/kg≤ 10≤ 10 
Nickelgehaltmg/kg≤ 10≤ 10 
Zinkgehaltmg/kg≤ 100≤ 100 

Bemerkungen zu den o.g. Angaben:
Maximal 5 ,% der Pellets dürfen länger sals 40 mm sein, maximale Länge 45 mm
Alle Gehaltswerte gelten im wasserfreien Zustand
Feinanteil gilt an der letztmöglichen Stelle vor Übergabe der Ware bzw. beim Eintreffen von Sackware beim Endverbraucher. Beim Absacken ≤ 0,5 %. Pellets der Klaare EN-B dürfen nicht als Sackware verkauft werden.
Bei Messungen der mechanischen Festigkeit mit dem Ligno-Tester gilt der Grenzwert &re; 97,7 Ma.-%.

Warum ist der Unterschied zwischen DIN Plus und DIN 51731 so wichtig?

Man könnte meinen, eine Zulassung nach DIN 51731 sei als Qualitätskriterium völlig ausreichend. Das ist gerade im Bereich der Holzpellets falsch. DIN 51731 und DIN Plus sind in etwa so vergleichbar wie Gummi und Gummibärchen.

Bestehen Sie beim Einkauf von Holzpellets auf der korrekten Deklaration der Ware! Entweder es handelt sich um "DIN Plus-Ware" oder es ist nur einfache Ware nach "DIN 51731" – und das wird schon seinen Grund haben.

Lassen Sie sich nicht von Formulierungen wie "unsere DIN 51731-Ware entspricht den Anforderungen nach DIN Plus" irreführen! Das hört sich zwar sehr nett an, hat in der Praxis aber keinerlei Auswirkungen. Wenn dies so wäre, warum wird diese Ware dann nicht sauber als DIN Plus deklariert und verkauft?

Haben Sie trotz eindeutiger Deklarierung Zweifel an der Qualität der Holzpellets, lassen Sie eine Probe untersuchen.

Kleine Hinweise zur Prüfung der Qualität von Holzpellets

Kaum jemand wird die technischen Geräte eines Prüflabors im Heizungskeller stehen haben. Trotzdem gibt es einige Kriterien, die auch ein Laie mit blossem Auge überprüfen kann:

Unsere Empfehlungen

Wir empfehlen für normale Endverbraucheranlagen Holzpellets DIN Plus Standard. Diese Qualität reicht für die qualifizierten Heizungsanlagen im Allgemeinen vollkommen aus. Holzpellets in der Qualität DIN 51731 empfehlen wir nur nach genauer Kenntnis der Anlagentyps und der weiteren örtlichen Gegebenheiten (z.B. Saugsystem, Schneckenaustrageung, Kombi, Kesselhersteller usw.). Bitte bestellen Sie DIN 51731-Qualität nur nach Beratung durch uns.

Die Qualität DIN Plus Premium empfehlen wir vor allem für problembehaftete Anlagen mit Verschlackungsproblemen in der Vergangenheit. Diese Qualität zeichnet sich durch ausgesuchte Rohstoffqulität und einen sehr niedrigen Ascheanteil aus. DIN Plus Premium-Pellets ein einwandfreier Abbrand ohne Verschlackung garantiert, es wird z.B. keine Kiefer verpresst – hierdurch kann ein nochmals höherer Ascheerweichungspunkt wie allgemein üblich garantiert werden. Ob Sie diese Qualität für Ihre Anlage unbedingt benötigen, besprechen wir gerne mit Ihnen im persönlichen Gespräch.

Qualitäts-Zertifikate der von uns vertriebenen Holzpellets

Link: Zertifikat als PDF-Datei DIN-Plus Zertifikat der Westerwälder Holzpellets (PDF 80 kB)

Analysewerte der Bio-Energy-Pellets (PDF 70 kB)